Eine Debian-Installation ist mit der aktuellen Version 4.0 Etch auch von Linux-Einsteigern leicht zu meistern.
Installationsmedium:
Für einen reinen Serverbetrieb ohne grafische Oberfläche empfehle ich als Installationsmedium die NetInstall die man sich von einem offiziellen Debian-Mirror aus der Nähe herunterladen kann. Die ISO-Datei liegt im relativen Verzeichnispfad 4.0_r0/i386/iso-cd und hat den Dateinamen debian-40r0-i386-netinst.iso.
Diese CD-ISO-Datei kann nun mit jedem beliebigen Brennprogramm, ich verwende Nero Burnin ROM, auf CD gebrannt werden. Für die Installation muss das BIOS das Booten von CD unterstützen.
Installation
Die eigentliche Installation benötigt nur wenige Benutzereingriffe. Es muss die Systemsprache, die Netzwerkeinstellungen (DHCP, fixed IP etc.), ein Root-Passwort und eine grobe Paketauswahl getroffen werden. Die Festplattenpartionierung kann automatisch oder unterstützt von Hand erfolgen. Bei der Paketauswahl sollte für ein minimales System alle Einträge entfernt werden außer dem gewünschten Einsatzgebiet (bei mir z.B. Datei- /Fileserver). Ist Linux das einzige Betriebssystem auf der Festplatte, dann sollte der Bootloader in den MBR geschrieben werden.
Nach einem notwendigen Neustart ist Debian voll einsatzfähig.
Soweit die Theorie…
Bei meinem VIA-Mainboard wurde nur das erste Netzwerkinterface eth0 erkannt und eingerichtet. Es muss hierzu die Datei /etc/network/interfaces um eth1 ergänzt werden. Meine Konfigurationsdatei sieht wie folgt aus:
# This file describes the network interfaces
# available on your system and how to
# activate them. For more information,
# see interfaces(5).# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback# The primary network interface
allow-hotplug eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.178.88
netmask 255.255.255.0
network 192.168.178.0
broadcast 192.168.178.255
gateway 192.168.178.1
# dns-* options are implemented by the
# resolvconf package, if installed
dns-nameservers 192.168.178.1
dns-search localallow-hotplug eth1
iface eth1 inet static
address 192.168.1.88
netmask 255.255.255.0
network 192.168.1.0
broadcast 192.168.1.255
Für ein schlankes und vor allem sicheres Linux-System sollten alle unnötigen Dienste deaktiviert oder besser entfernt werden. Folgende Anweisungen entfernen die meiner Meinung nach für einen Backup- und WebDAV-Server überflüssigen Programme und deaktiviert unsichere / unnötige Dienste.
# Löscht unbenötigte Programme / Dienste
apt-get remove lpr nfs-common portmap pidentd \
pcmcia-cs pppoe pppoeconf ppp pppconfig netatalk# Deaktiviert unsichere / unnötige Netzwerkdienste
update-inetd –remove daytime
update-inetd –remove telnet
update-inetd –remove time
update-inetd –remove finger
update-inetd –remove talk
update-inetd –remove ntalk
update-inetd –remove ftp
update-inetd –remove discard
Folgende Programme haben sich für das Bauen eines eigenen Kernels und alltägliche Aufgaben als ganz nützlich erwiesen. Sie können mit dem Kommando apt-get install Paketname nachinstalliert werden:
# Pakete für vServer
apt-get install linux-image-vserver-686 util-vserver \
vserver-debiantools# Pakete für das kompilieren eines eigenen Kernels
apt-get install kernel-package libncurses5-dev \
fakeroot wget bzip2 dash initramfs-tools make \
automake gcc patchutils# Sonstige wichtige / interessante Programme
apt-get install ssh pciutils bzip2 ethtool \
cpufrequtils lm-sensors hddtemp
Die einzelnen Pakete, vor allem SSH, vServer, cpufreq, lm-sensors und hddtemp werde ich einen der nächsten Einträge näher beschreiben.